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Mittwoch, 18. Oktober 2017

Etwas Dunkles zu Klaus

Die Baltschiederklause. (Bild: Alex
Saunier, Camptocamp.org/ Wikic.)
Ich frage mich gerade, warum die Baltschiederklause, über die ich kürzlich bloggte - warum diese erhaben gelegene Walliser SAC-Hütte, in deren Namen der Stifter Julius Klaus aus Uster verewigt ist, auf ihrer Homepage mit keinem Wort auf Klaus eingeht. Liegt es daran, dass besagter Klaus, 1849 bis 1920, von Beruf Maschineningenieur und ein reicher Fabrikant, Rassenhygieniker war, was man hier nachlesen kann. Die Nazis leiteten aus dieser Lehre später ihre Art von Rassendenken ab, zu dem es gehörte, bestimmte Menschengruppen als minderwertig zu taxieren, zu isolieren und zu töten.

Dienstag, 17. Oktober 2017

Reisen bildet

Denim, das ist der blaugefärbte Baumwollstoff, aus dem die Jeans sind. Was mir bisher nicht bekannt war: Das Wort leitet sich ab von einem Stoff, der im französischen Nîmes gefertigt wurde, Serge de Nîmes. Gestern kam ich in Nîmes durch, las nach, was es zu der Stadt zu wissen gibt, entdeckte die Denim-Etymologie - ja, Reisen bildet. Es liefert Wissensstoff.

Montag, 16. Oktober 2017

Die kleine Wasserwanderung

Heute um 7.19 Uhr verlasse ich Béziers. Der TGV wird mich nach Dijon tragen, dort habe ich fast zweieinhalb Stunden Aufenthalt. Dann geht es heim. Gestern war im Languedoc, wo ich für eine Reportage war, Zeit für ein wenig Tourismus. Ich wanderte ein paar Kilometer den Canal du Midi entlang, der von Toulouse über 240 Kilometer nach Sète am Mittelmeer führt. Ihn gibt es bald 350 Jahre, immer wurde an ihm gebaut und gebastelt, und während er einst eine wirtschaftlich wichtige Wasserstrasse war, die via Garonne und später einen Garonnekanal zum Atlantik führte, handelt es sich heutzutage um eine bloss noch touristisch relevante Einrichtung: Man sieht auf dem Kanal Freizeitschiffer noch und noch, es gibt schwimmende Hotels und immer wieder mal ein Schleusen-Restaurant. Eine Woche den Kanal entlang zu wandern: Das wäre denkbar, ich will die Idee evaluieren. Aber zuerst wird jetzt heimgereist. Zu den Fotos: Sie spielen am Canal du Midi in der Gegend von Béziers und Villeneuve-les-Béziers.

Sonntag, 15. Oktober 2017

Baselbieter Wiederauferstehung

Lauschig, doch schon einige Zeit zu:
der Predigerhof auf dem Bruderholz.
In die kilometerweit sich ziehende Hochfläche des Bruderholzes teilen sich die Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, der Name leitet sich offenbar davon ab, dass einst fromme Eremiten sich hier niederliessen. Das Gelände ist beliebt, Städter und Agglobewohner joggen, spazieren, velölen, sie ergötzen sich an der Weite und freuen sich am Fernblick. Mitten drin aber liegt auf Reinacher Gelände der Predigerhof, eine Ausflugswirtschaft, in der einzukehren über Jahrzehnte ein Sonntagsritual war. Bis sie vor zwei Jahren schloss. Das Wirtepaar war das Wirten müde und litt zudem unter einer Baustelle. Seither empfinden Bruderholz-Besucher rundum das Gefühl eines intensiven Verlustes. Doch gibt es nun Hoffnung: Nächstes Jahr dürfte das Restaurant für alle wieder öffnen - unter neuer Führung und in Kombination mit einem Schau- und Lehrgarten.
Freizeitterrain: Velofahrerin auf dem Bruderholz.

Samstag, 14. Oktober 2017

Ich hatte das Mittelmeer schon fast vergessen

Der Pont Vieux in Béziers. (Leon Petrosyan/ Wikicommons)
Der heutige Blogeintrag kommt aus Béziers in Südfrankreich. Die Zugreise von Zürich via Paris war schön, vor allem der Schluss: wie der TGV bei Sète das Mittelmeer erreichte, das ich schon fast vergessen hatte nach all den Jahren, und ihm folgte bis Agde, um dann in kurzer Fahrt landeinwärts sein und mein Ziel zu erreichen. Béziers ist mir vor allem aus der Geschichte ein Begriff, es ist der Ort eines schauderhaften Gemetzels. Die Stadt war eines der Zentren der Katharer-Bewegung in Okzitanien; die Katharer oder Albigenser waren eine religiöse Bewegung, die der katholischen Kirche zwischen dem 12. und 14. Jahrhundert eine eigene Theologie entgegenschleuderte. Die Kirche vernichtete die Katharer dann in brutalen Kriegen und gar einem eigenen Kreuzzug. Am 22. Juli 1209 kam es in Béziers zum Massaker, 20 000 Menschen sollen durch die Kreuzfahrer umgebracht worden sein. Berühmt ist der Ausspruch des päpstlichen Gesandten, der den Kreuzfahrern sagte, wie sie mit den Stadtbewohnern verfahren sollten: "Tötet sie alle, Gott wird die Seinigen schon erkennen."

Freitag, 13. Oktober 2017

Okzitanien, ich komme

Mein Reiseziel: Okzitanien.
(Screenshot Wikipedia)
Nach der Tösstal-Wanderung vom Mittwoch verspüre ich ein starkes Sehnen nach mehr Hügeln, Wald, Laub, Herbstdunst in der Luft. Geht aber nicht, vorläufig, denn heute reise ich berufeshalber für vier Tage in den Süden Frankreichs; erst Mitte nächste Woche werde ich wieder zum Wandern kommen. A propos Frankreich, kann mir jemand die Regionen des französischen Festlandes aufzählen? Ich musste das nachschlagen - hier sind sie:
  • Île de France
  • Auvergne-Rhône-Alpes
  • Nouvelle-Aquitaine
  • Hauts-de-France
  • Provence-Alpes-Côte d'Azur
  • Bretagne
  • Centre-Val de Loire
  • Pays de la Loire
  • Grand Est
  • Normandie
  • Bourgogne-Franche-Comté
  • Okzitanien
Ich gehe davon aus, dass ich in den nächsten Tagen problemlos bloggen kann.  Sollte es mal nicht klappen, bitte ich um Nachsicht.

Donnerstag, 12. Oktober 2017

Rausch an der Töss

Als ich gestern morgen in Fischenthal loszog, war ein Schallen und Hallen in der Landschaft - Alpabzug, talfüllende Kuhglockenmusik. Ich hielt hinauf zum Hof Tannen und hinüber zur Bruederegg, stieg in der Direttissima auf zum Hüttchopf, wechselte zur nahen Alp Scheidegg und stieg via Wolfsgrueb, das Sagenraintobel und zuletzt den Plättliweg ab nach Wald. Das dauerte vier Stunden und war einigermassen anstrengend, doch wurde die Strapaze bei weitem kompensiert durch den Fernblick, das flach einfallende Licht, die Wärme der Sonne, die man in dieser Jahreszeit nimmt wie ein Geschenk. Und die Luft roch nach Rauch, nach Pilzen, nach dem gefallenen Laub. Dies war keine Wanderung, das war ein Herbstrausch.